Gemüse-Saatkalender – Wann 25 Gemüsesorten säen und pflanzen
Tomaten und Paprika kommen im Januar–März in die Vorkultur, Kohlsorten ab Februar, Gurken und Zucchini im April, Wurzelgemüse wird ab März direkt gesät. Die Tabelle unten zeigt genaue Zeitfenster für 25 Gemüsesorten im gemäßigten Klima der nördlichen Hemisphäre (letzter Frost ≈ Ende April).
Vollständiger Saatkalender
Die Termine gelten für ein gemäßigtes Klima (Norddeutschland, Mitteleuropa) mit dem letzten Frost Ende April (USDA-Zone 6). ■ Grün = Vorkultur innen ■ Blau = Auspflanzen / Direktsaat draußen.
| Gemüse | Vorkultur | Auspflanzen | Direktsaat | Tage bis Ernte |
|---|---|---|---|---|
| Tomate | Feb – Mär | Mai | — | 65 – 85 |
| Paprika | Jan – Feb | Mai – Jun | — | 70 – 90 |
| Aubergine | Jan – Feb | Mai – Jun | — | 75 – 90 |
| Gurke | Apr | Mai | Mai | 50 – 70 |
| Zucchini | Apr | Mai | Mai | 45 – 65 |
| Kürbis | Apr | Mai | Mai | 90 – 120 |
| Brokkoli | Feb – Mär | Apr | — | 55 – 80 |
| Kohl / Weißkohl | Feb – Mär | Mär – Apr | — | 65 – 95 |
| Blumenkohl | Feb – Mär | Mär – Apr | — | 55 – 80 |
| Rosenkohl | Mär – Apr | Apr – Mai | — | 90 – 120 |
| Grünkohl / Kale | Mär – Apr | Apr – Mai | Apr – Mai | 55 – 70 |
| Kohlrabi | Mär – Apr | Apr – Mai | Apr – Mai | 45 – 60 |
| Kopfsalat | Feb – Apr | Mär – Mai | Mär – Aug | 30 – 60 |
| Spinat | — | — | Mär – Apr & Sep | 30 – 50 |
| Radieschen | — | — | Mär – Sep | 20 – 30 |
| Karotte / Möhre | — | — | Mär – Jun | 65 – 90 |
| Rote Bete | — | — | Apr – Jun | 50 – 70 |
| Zwiebel | Jan – Feb | Mär – Apr | — | 100 – 130 |
| Lauch / Porree | Jan – Feb | Mai – Jun | — | 100 – 130 |
| Knoblauch | — | — | Okt – Nov | Ernte Jun – Jul |
| Erbse | — | — | Feb – Apr | 60 – 80 |
| Buschbohne | — | — | Mai – Jul | 50 – 65 |
| Mais | Apr | Mai | Mai | 65 – 95 |
| Sellerie | Jan – Feb | Mai | — | 120 – 150 |
| Basilikum | Mär – Apr | Mai – Jun | — | 60 – 90 |
Wie liest man diese Tabelle?
Die Termine setzen einen gemäßigten Standort mit dem letzten Frost Ende April voraus. Im Rheintal oder am Bodensee (letzter Frost Mitte April) verschieben sich die Fenster 1–2 Wochen früher. In höheren Lagen oder Norddeutschland (letzter Frost Anfang Mai) entsprechend 1–2 Wochen später.
- Vorkultur – Samen in Töpfe oder Anzuchtschalen innen oder im beheizten Gewächshaus, typisch 6–10 Wochen vor dem letzten Frosttermin
- Auspflanzen – abgehärtete Jungpflanzen ins Freiland setzen; bei frostempfindlichen Kulturen niemals vor dem letzten Frosttermin
- Direktsaat – Samen direkt in vorbereitetes Freilandbeet säen; manche Kulturen wie Möhren oder Radieschen wachsen so besser
- Tage bis Ernte – bei Auspflanz-Kulturen (Tomate, Paprika usw.) ab dem Auspflanztag, bei Direktsaat ab dem Auflaufen gezählt
Frostempfindliche Kulturen: immer vorziehen
Tomaten brauchen 65–85 Tage ab dem Auspflanzen bis zur ersten Ernte. Paprika 70–90 Tage. Im gemäßigten Klima mit einer frostfreien Außensaison von etwa 150 Tagen (Mai bis Oktober) ist Direktsaat dieser Kulturen ausgeschlossen. Im Januar–März vorziehen, mindestens 6 Wochen wachsen lassen, 1–2 Wochen abhärten und erst nach dem letzten Frost ins Freiland.
Sellerie ist die anspruchsvollste Kultur: 10–12 Wochen Vorkultur, langsame Keimung. Januar ist für Sellerie nicht zu früh.
Kohlgemüse: kältetolerant, aber trotzdem vorziehen
Brokkoli, Kohl, Blumenkohl und Rosenkohl vertragen leichte Fröste, sobald sie etabliert sind. Durch Vorkultur im Februar–März kann man bereits im März–April auspflanzen und gewinnt 4–6 Wochen Vorsprung. Kohl-Arten bevorzugen kühle, feuchte Witterung zum Abreifen – früh ins Beet ist der Schlüssel zu guter Qualität.
Rosenkohl braucht die längste Saison aller Kohlarten – 90 bis 120 Tage. Im März vorziehen, April–Mai auspflanzen, ab Oktober ernten; die ersten Herbstfröste verbessern den Geschmack.
Wurzelgemüse und Hülsenfrüchte: nur Direktsaat
Möhren, Rote Bete und Pastinaken lassen sich nicht verpflanzen – der Versuch beschädigt die Pfahlwurzeln. Direkt in tiefgegrabenen, steinarmen Boden säen. Erbsen und Dicke Bohnen vertragen Kälte und können schon im Februar gesät werden. Buschbohnen sind frostempfindlich und kommen erst ab Mai ins Beet.
Radieschen sind die schnellste Kultur der Tabelle: 20–30 Tage von der Saat bis zur Ernte. Alle 2–3 Wochen von März bis August säen für eine Dauerversorgung.
Was bedeuten „Tage bis Ernte" wirklich?
Die Angabe auf Samentüten und in Tabellen wie dieser ist immer ein Durchschnitt unter optimalen Bedingungen. In der Praxis sind Abweichungen von ±10–20 % normal. Eine mit 70 Tagen bewertete Tomate kann in einem warmen, sonnigen Sommer früher, in einem kühlen, bedeckten Sommer später reifen.
Bei Auspflanz-Kulturen beginnt die Zählung am Tag des Auspflanzens – nicht ab der Anzucht-Aussaat. Bei Direktsaat ab dem Auflaufen.
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Häufig gestellte Fragen
Wann ist es zu spät, Tomaten vorzuziehen?
Im gemäßigten Klima (letzter Frost Ende April) ist Mitte April die letzte Chance. Die Pflanzen brauchen 6–8 Wochen drinnen – wer im Mai sät, pflanzt erst im Juni aus und verliert den besten Teil der Saison. Spätestens Ende März aussäen.
Kann man Brokkoli direkt säen?
Technisch möglich, aber im gemäßigten Klima reicht die Zeit für eine Frühjahrs-Ernte nicht. Für Herbst-Brokkoli ist Direktsaat im Juli machbar. Für das Frühjahr immer im Februar–März vorziehen und im April auspflanzen.
Was passiert, wenn man zu früh auspflanzt?
Frostempfindliche Pflanzen (Tomate, Paprika, Gurke, Zucchini, Basilikum) werden durch Frost geschädigt oder vernichtet. Schon Temperaturen über 0 °C, aber unter 10 °C verursachen bei Paprika und Basilikum Kälteschäden – gestauchtes Wachstum, das Wochen zur Erholung braucht. Immer den lokalen Frosttermin prüfen.
Wie finde ich den letzten Frosttermin für meinen Standort?
Der Deutsche Wetterdienst (DWD) veröffentlicht Frostklimatologie für deutsche Regionen. Grobe Orientierung: Rheintal / Bodensee ≈ Mitte April; Norddeutschland / Mittellagen ≈ Ende April; Mittelgebirge > 400 m ≈ Anfang bis Mitte Mai. Diese Werte sind Mittel und können jährlich variieren.
Wie werden „Tage bis Ernte" gezählt?
Bei Auspflanz-Kulturen ab dem Tag des Auspflanzens. Bei Direktsaat-Kulturen ab dem Auflaufen. Witterung, Sorte und Bodenqualität können die Angabe um 10–20 % verschieben. Pakete zählen manchmal ab der Aussaat – Packungstext lesen.
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